Wer war Johann Amos Comenius?
Der gebürtige Tscheche Jan Amos Komenský (1592–1670), der sich erst seit den 1630er Jahren latinisiert Ioannes Amos Comenius nannte, ist eine zweifelsfrei sehr bedeutende und interessante, aber durchaus auch schillernde Persönlichkeit. Als typische Übergangsfigur des 17. Jahrhunderts vermittelt er die Tradition mit der Moderne – und denkt viele Dinge ungewöhnlich neu, ohne jemals die geschlossene Weltsicht des christlichen Glaubens zu verlassen. Er kennt die konfessionellen Spaltungen sowie die Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges und versucht hier zu vermitteln, lässt sich aber auch immer wieder auf theologische, politische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen ein, in denen er keine gute Figur machte.

Die Leiden und Nöte des aus religiösen Gründen verfolgten Pädagogen, Friedensphilosophen und Ökumenikers machen darum sicherlich einen gewichtigen Teil seiner Biographie aus. Doch hat er durch seine Verstrickungen in die aktuelle Tagespolitik am Labyrinth seines Lebens einen nicht unerheblichen Anteil gehabt. Das schmälert sein Lebenswerk nicht, macht aber eine Kontextualisierung im Horizont der Zeitereignisse notwendig.

1. Kindheit und Jugend

(1592 – 1611)

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